Meine Frage an Dich: Was war Dein erster Gedanke beim Lesen der Überschrift? Oder kam eher ein Gefühl auf? Bei mir ploppen immer sofort Bilder auf, wenn ich mich mit einem Thema beschäftige. Und wie Du auf dem Titelbild unschwer erkennen kannst, tauchte bei mir als Bild für Selbstbewusstsein dieses Bild aus einem Italien-Urlaub vor meinem inneren Auge auf.

Ich bin absolut fasziniert, wenn ich das Rot einer Mohnblume entdecke: „Was für ein Knallrot! So einzigartig!“ Und dann bin ich auf der anderen Seite immer wieder überrascht von ihrer Zartheit und dem entspannten Wiegen im Wind. Was im Gegensatz zu den Bildern steht, die die allseits beliebte Suchmaschine ausspuckt zum Thema Selbstbewusstsein…dort scheint Selbstbewusstsein eher etwas mit der Muckibude zu tun zu haben. Ich möchte mich dem Thema etwas anders nähern, mit meinen ganz eigenen langjährigen Erfahrungen und Erkenntnissen, mit Hilfe dieses Bildes und den drei Wörtern, die sich in SELBST-BEWUSST-SEIN wiederfinden.

SELBST

Nach dem Psychologen William James verbirgt sich hinter dem Selbst  die Frage:

Wer bin ich?

Wenn wir bei dem Bild bleiben: Bist Du die Mohnblume? Oder die Weizenähre? Oder der Vogel, der sich das von oben anschaut? Oder der Baum am Feldrand? Was macht Deine Persönlichkeit aus? Und wie bringst Du Deine Persönlichkeit in diese Welt? Was sind Deine Talente, Deine Gaben? Das Beste daran: Du bist einzigartig! Ist Dir das eigentlich bewusst;-)?

Perfekte Überleitung zu dem zweiten Wort in Selbstbewusstsein und der Definition des Selbst von Carl Gustav Jung, für den das Selbst das Zentrum der menschlichen Psyche ist, dem Bewussten und dem Unbewussten.

BEWUSST

Nach  wissenschaftlichen Erkenntnissen ist das Verhältnis von Bewusstheit zu Unbewusstheit 5% zu 95%, manche Studien gehen sogar von 0,1% zu 99,9% aus.

Zum Beispiel musstest Du wahrscheinlich nicht bewusst darüber nachdenken, dass Du den Text oben anfängst zu lesen und dass sich Deine Augen automatisch von links nach rechts bewegen. All das läuft unbewusst ab. Und genau mit diesem Autopilot-Modus gehen wir zu 95% durchs Leben. Das ist in den meisten Sachen auch sehr hilfreich, allerdings haben sich in unserem Leben viele Muster, Glaubenssätze, ungeschriebene Gesetze und vieles mehr in uns eingeprägt, die nicht wirklich hilfreich sind. Was mache ich zum Beispiel als Mohn, wenn ich als Kind in meiner Familie gelernt habe, bloß nicht aufzufallen. Wie selbstbewusst kann ich dann mein Rot zeigen?

Mein Zaubermittel: mir darüber BEWUSST werden, mich auf die Reise ins Unbewusste machen. Zwei Fixsterne auf diesem Weg sind die Fragen:

Was sind meine Bedürfnisse?

Hand aufs Herz: Wie oft hast Du schon versucht, als Sonnenkind im Schatten glücklich zu werden? Oder umgekehrt? Und Dich dann gewundert, warum etwas in Deinem Leben nicht so ist, wie Du es Dir wünschst?

Für jede Pflanze gibt es eine Pflanz- und Pflegeanleitung, entweder als Etikett oder in den unendlichen Weiten den www. Was steht auf Deinem Etikett drauf? Was ist der richtige Ort für Dich? Welchen Boden brauchst Du, damit Du gut wurzeln kannst? Wieviel Wasser? Und welchen Dünger? Blühst Du immer oder hast Du auch Ruhephasen?

Was sind meine Werte?

Während es bei Deinen Bedürfnissen nur um Dich geht, geht es bei den Werten um das Miteinander, um die Definition eines Wertesystems in Verbindung mit anderen. Von Jim Rohn gibt es das Zitat: „Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen Du die meiste Zeit verbringst.“ Ist Dir bewusst, mit wem Du Deine Zeit verbringst? Kannst Du ihren Wert sehen und sie den Deinen? Was sind ihre Werte im Leben und was sind Deine?

Um auf meine Mohnblume zurückzukommen:
Sie scheint in vielen Dingen die gleichen Bedürfnisse zu haben wie der Weizen, ist in ihrem Selbst aber ganz anders. Und der Weizen scheint den Wert Toleranz zu leben und kann diesen frechen Farbklecks zulassen, sodass die Mohnblume den Wert Mut leben und im Goldgelb des Weizenfeldes ihr knallendes Mohnrot zeigen kann. Fazit: Scheint ein entspanntes Miteinander zu

SEIN

Wenn ich eines gelernt habe auf meinem Weg: ich kann Selbstbewusstsein nicht machen, so sehr ich mich auch anstrenge, und schon gar nicht auf Knopfdruck.
Ich kann es nur SEIN:

  • mit Selbstakzeptanz
    ich weiß, wer ich bin,
    ich akzeptiere mein SELBST und höre auf zu versuchen, als Mohnblume eine Weizenähre zu sein
  • mit Selbstfürsorge:
    ich weiß um meine Bedürfnisse,
    ich sorge für mich,
    ich stehe für sie ein
  • mit Selbstwert:
    ich kenne meinen Wert
    ich kenne den Wert der anderen,
    ich kenne meine Werte und lebe sie

Zum SEIN möchte ich noch ein Lieblingszitat von Thich Nhat Hanh mit Dir teilen (im Original ist die Poppy eine Rose;-)):

“The purpose of a poppy is to be a poppy.
Your purpose is to be yourself.
You don’t have to run anywhere
to become someone else.
You are wonderful just as you are.”

Wenn Du jetzt nochmal zurückdenkst an meine Frage am Anfang diese Artikels…
Was war Deine Antwort? Und hat sich irgendetwas verändert nach dem Lesen?
Ist Dir etwas bewusst geworden? Mit ist beim Schreiben bewusst geworden, warum ich so elektrisiert bin, wenn ich dieses Mohnrot in der Landschaft entdecke. Ich wusste, es macht etwas mit mir. Jetzt weiß ich, für was es steht: ein sanfter Reminder, meine Farbe zu leben, jeden Tag ein wenig mehr.

Habe ich Dich neugierig gemacht?

Dann komm in meinen Workshop zu diesem Thema, in dem ich mich allen drei Punkten in aller Ausführlichkeit drei Stunden widmen werde. Aus 13 Jahre Selbsterforschung teile ich gern mein Wissen und meine Erfahrung, vor allem über die unbewussten Gummibändern, die uns so oft im Leben darin hindern,  SELBST BEWUSST zu SEIN.
Als Yogalehrerin und angehende HAKOMI-Körperpsychotherapeutin liegt mein Fokus natürlich auf der Frage, wie sich Dein Körper bis in die letzte Zelle SELBSTBEWUSST fühlen kann, wie wichtig es ist, für Sicherheit in Deinem Nervensystem zu sorgen.

Auch nach diesem Workshop wirst Du nicht den Knopf drücken können und Tadaaa: Jetzt bin ich für immer selbstbewusst. Aber Du wirst Werkzeuge zur Hand haben, um jeden Tag ein kleines bisschen mehr SELBSTBEWUSSTSEIN zu leben. Ich freue mich, wenn wir uns am 16.07.2022 sehen!

Blogbeitrag von Elke Fraedrich und Reflektions Workbook von Monika

Lade dir das Reflektions Workbook zum Thema „dein Selbst-bewusst-sein“ herunter.