Machen macht Fortschritt. Auch wenn es sich nicht immer danach anfühlt.

Man macht und macht, hat seine Ziele im Kopf und trotzdem hat man das Gefühl, nicht wirklich voranzukommen. Und wenn man dann noch sieht, was bei allen anderen gerade passiert, wird dieses Gefühl meistens nicht unbedingt besser.

Ich kenne das auf jeden Fall sehr gut.

Was mir dabei mittlerweile extrem hilft, ist mein Journal. Ich habe dort eine große Seite mit der Überschrift „Meine Woche“, die ich jede Woche fülle. Darauf sammle ich alles, was diese Woche ausgemacht hat. Dinge, für die ich dankbar bin. Was ich gelernt habe. Was mich glücklich gemacht hat. Meine Erfolge. Und ja, manchmal stehen da auch die Fuck-ups der Woche. Das Spannende daran kommt erst später. Wenn ich nach ein paar Wochen zurückblättere und mir diese Seiten noch einmal anschaue, denke ich mir regelmäßig: Crazy, was in dieser Zeit eigentlich alles passiert ist. Dinge, über die ich mir vor ein paar Wochen noch total den Kopf zerbrochen habe, sind plötzlich gelöst. Andere haben sich komplett anders entwickelt als gedacht.

Ich glaube sehr daran, dass vieles aus einem Grund passiert. Auch wenn ich diesen Grund in dem Moment selbst oft noch nicht sehe und manche Dinge trotzdem einfach blöd sind 😀 – und genau deshalb ist Reflektieren für mich mittlerweile so wichtig geworden.

Reflektieren heißt für mich nicht nur: Was lief schlecht?

Ich glaube, bei Reflexion denken wir ziemlich schnell daran, zu analysieren, was nicht funktioniert hat und was wir beim nächsten Mal besser machen müssen. Dabei gehört für mich mittlerweile genauso dazu, mir bewusst zu machen, was eigentlich alles gut gelaufen ist.

Was habe ich geschafft? Wo habe ich mich weiterentwickelt? Was hat mich glücklich gemacht? Welche Menschen, Gespräche oder Situationen haben mir gutgetan?

Genauso schaue ich aber auch auf die Dinge, die immer wiederkommen. Gibt es Muster, in die ich ständig zurückfalle? Gibt es Situationen, in denen ich immer wieder gleich reagiere? Und möchte ich das überhaupt noch? Manchmal mache ich das beim Journaling. Und manchmal sitze ich tatsächlich einfach stumm am Fluss und denke nach. Das klingt vielleicht wahnsinnig unspektakulär, hilft mir aber extrem. Gerade weil im Alltag so viel Input auf uns einprasselt und man eigentlich ständig mit irgendetwas beschäftigt ist, merke ich erst in solchen Momenten, was gerade eigentlich wirklich los ist.

Erfolge feiern und zwar wirklich

Das war für mich wahrscheinlich eines der größten Learnings: Erfolge auch wirklich mal zu feiern. Ich bin nämlich sehr gut darin, etwas zu erreichen und direkt zu denken: Cool. Was kommt als Nächstes? Das Problem daran: Irgendwann erreicht man ziemlich viele Dinge und hat trotzdem das Gefühl, nie wirklich irgendwo anzukommen.

Deshalb versuche ich mittlerweile ganz bewusst, meine Erfolge zu feiern. Und dafür muss ich jetzt keine Champagnerflasche köpfen, sobald irgendetwas gut läuft.

  • Manchmal ist es ein Spaßgetränk.
  • Manchmal mache ich etwas Schönes mit einer Freundin.
  • Manchmal gönne ich mir einfach Me-Time und mache an diesem Tag früher Schluss.

Eigentlich ist völlig egal, wie groß dieses Feiern aussieht. Für mich geht es darum, mir überhaupt den Moment zu nehmen und zu sagen: Hey, das lief richtig gut. Darüber darf ich mich jetzt auch einfach mal freuen.

Ohne im nächsten Gedanken schon wieder drei neue Ziele aufzustellen.

Und dann wären da noch die Fuck-ups

Die gehören genauso dazu. Und ich schreibe sie tatsächlich gerne mit auf, weil es teilweise ziemlich interessant ist, ein paar Wochen später noch einmal draufzuschauen.

Manche Dinge, die sich in einer Woche wie der absolute Weltuntergang angefühlt haben, sind vier Wochen später komplett irrelevant. Bei anderen denke ich mir im Nachhinein: Okay, das musste wahrscheinlich genau so passieren. Und manche waren einfach ein Fuck-up. Auch okay.

Trotzdem kann ich daraus etwas mitnehmen. Und genau das bedeutet Lernen für mich mittlerweile auch.

Bevor wir jetzt alle wieder in den Jahresendspurt starten …

Der Herbst beginnt und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber gefühlt dauert es jetzt ungefähr dreimal Blinzeln und plötzlich ist Weihnachten. Und natürlich können wir jetzt wieder anfangen zu überlegen, was dieses Jahr unbedingt noch passieren muss, welche Ziele noch offen sind und wo wir noch ein bisschen mehr Gas geben sollten.

Ich möchte dieses Jahr vorher etwas anderes machen.

  • Zurückschauen.
  • Und vielleicht hast du nach diesem Artikel auch Lust darauf.
  • Nimm dir dein Journal, ein leeres Blatt Papier oder setz dich irgendwo hin, wo du gut nachdenken kannst.
  • Was ist in den vergangenen Monaten eigentlich alles passiert?
  • Was hast du geschafft?
  • Was hast du gelernt?
  • Was hat dich wirklich glücklich gemacht?
  • Welche Fuck-ups sehen mit ein bisschen Abstand schon ganz anders aus?
  • Und was hast du erreicht, ohne es jemals so richtig zu feiern?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass da mehr zusammenkommt, als du gerade denkst.

Und was hat das Ganze jetzt eigentlich mit meinem Beruf zu tun?

Tatsächlich ziemlich viel. Ich bin selbstständig und damit bin ich am Ende des Tages auch ein ziemlich großer Teil meines eigenen Business. Meine Entscheidungen, meine Gedanken, meine Energie und ja, auch meine Zweifel.

Und gerade in der Selbstständigkeit gibt es ständig irgendeine Zahl, an der man sich messen könnte. Umsatz, Termine, Anfragen, Reichweite, neue Kundinnen, Ziele. Es gibt eigentlich immer etwas, das noch größer, besser oder mehr sein könnte. Ich möchte große Ziele haben. Ich möchte weiterkommen und mich entwickeln. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Aber ich möchte dabei nicht irgendwann zurückblicken und feststellen, dass ich auf dem ganzen Weg vergessen habe, mich über das zu freuen, was längst passiert ist.

Also bevor du dich diesen Herbst fragst, was du dieses Jahr noch alles schaffen musst:

Frag dich vielleicht erst einmal, was du längst geschafft hast. Und dann feier das auch.

Als Vermögensberaterin stehe ich Menschen zur Seite, die ihre persönlichen Ziele und Wünsche verwirklichen möchten. Mir ist wichtig, nicht nur passende Lösungen zu finden, sondern auch dafür zu sorgen, dass keine staatliche Förderung ungenutzt bleibt.

Autorin: Theresa Baum
Finanzberaterin 

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2 Kommentare

  1. Super schöner Blog-Beitrag, liebe Theresa!
    Ich finde es super wichtig, die eigenen Erfolge zu feiern.
    Sich etwas zu gönnen, sei es eine wertvolle Anschaffung, die einem etwas bedeutet, oder bewusst Zeit mit einem lieben Menschen zu genießen und vielleicht etwas zu unternehmen.
    Ich plane mir mittlerweile nach einem Music meets Business Workshop eine bewusste Auszeit ein und freue mich auf etwas Besonderes.
    Danke für deine Gedanken!

  2. Wieder ein toller Beitrag einer FrauenSchaffen. Er lädt zum Schmunzeln ein, da ich mich bei dem einen oder anderen ertappt gefühlt habe ;-). Auch wenn ich ein positiver Mensch bin, nehme ich die Erfolg auch meist so hin und ärgere mich über Negatives zu viel – zumindest in stressigen Phasen. Ich habe von einem Kollegen einen Tipp bekommen: Wenn es schief gelaufen ist oder man sich über etwas ärgert, dann darf man sich drei Sätze überlegen, die mit “Gut, dass…” starten, um aus der Spirale nach unten auszubrechen. Funktioniert erstaunlich gut. Ein Tool von vielen.

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