Frauen stärken Frauen – vom Spiegeln und Glitzersteine sammeln

In den vergangenen Wochen saß ich immer wieder mit Frauen zusammen. Bei Netzwerktreffen, beim Essen, in Gesprächen über Business, Leben, Ideen, Zweifel und Veränderungen.

Und mir ist dabei wieder bewusst geworden, wie wertvoll solche Begegnungen sein können.

Denn andere Menschen sind für uns immer auch Spiegel.

Sie sehen manchmal etwas in uns, das wir selbst gerade nicht sehen. Sie stellen eine Frage, die hängen bleibt. Sie erzählen von einer Erfahrung und plötzlich erkennen wir etwas über uns selbst. Manchmal entdecken wir dabei einen blinden Fleck. Und manchmal etwas ganz anderes: eine Stärke, einen Erfolg oder eine Entwicklung, die für uns selbst längst selbstverständlich geworden ist.

Gerade in Frauennetzwerken erlebe ich diese besondere Kraft des Miteinanders immer wieder: Wir müssen nicht alles alleine herausfinden. Wir können gemeinsam reflektieren, Erfolge feiern und voneinander lernen.

Die Glitzersteine am Wegesrand

Vor einiger Zeit habe ich im Podcast ziemlichglücklich eine Geschichte über glitzernde Edelsteine gehört. Ich weiß nicht, woher die Geschichte ursprünglich stammt, aber ein Bild daraus ist bei mir geblieben:

Wie viele kleine Glitzersteine liegen eigentlich jeden Tag auf unserem Weg – und wie viele davon übersehen wir?

Nicht, weil das Schwierige nicht da wäre. Und auch nicht, weil wir Probleme schönreden sollten.

Sondern weil unser Blick sich erstaunlich schnell auf das richtet, was noch fehlt, nicht funktioniert oder besser werden müsste.

Dabei gibt es gleichzeitig so vieles, was schon da ist.

Eine Begegnung, die guttut.
Eine mutige Entscheidung.
Eine Idee, die plötzlich Form annimmt.
Ein ehrliches Gespräch.
Etwas, das uns gelungen ist.
Ein kleiner Schritt, den wir vor ein paar Monaten vielleicht noch nicht gewagt hätten.

Oder einen Menschen, der im richtigen Moment sagt:

„Weißt du eigentlich, was ich gerade bei dir sehe?“

Vielleicht brauchen wir manchmal genau dafür andere Menschen.

Reflektieren heißt für mich: gemeinsam hinschauen

Ein Spiegel zeigt uns nicht nur das, was wir gerne sehen.

Und genau deshalb kann Gemeinschaft so wertvoll sein.

Andere Menschen können uns auf Dinge aufmerksam machen, an denen wir alleine immer wieder vorbeilaufen. Auf Muster und blinde Flecken genauso wie auf Fähigkeiten, Möglichkeiten und Seiten an uns, die wir selbst gerade nicht wahrnehmen.

Dabei macht für mich die Art des Hinschauens einen großen Unterschied.

Nicht:

„Ich weiß, was für dich richtig ist.“

Sondern:

„Ich sehe etwas. Möchtest du hören, was ich wahrnehme?“

Ein Spiegel auf Augenhöhe.

Gerade wenn Frauen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Lebenswegen, Berufen und Blickwinkeln zusammenkommen, entsteht eine große Reflexionsfläche. Natürlich kann es dabei auch mal reiben. Wir vergleichen uns, etwas triggert uns oder eine andere Meinung fordert uns heraus.

Aber auch darin kann etwas Wertvolles liegen.

Wenn wir neugierig bleiben.

Auf die andere – und auf uns selbst.

Feiern heißt auch, das Erreichte überhaupt zu sehen

Wie oft erreichen wir etwas und sind gedanklich schon beim nächsten Punkt?

Geschafft. Weiter.

Gerade als Selbstständige, Unternehmerinnen, Mütter oder Frauen mitten in Veränderungen gibt es schließlich immer noch etwas zu tun.

Aber was wäre, wenn wir zwischendurch stehen bleiben?

Wenn wir uns gegenseitig daran erinnern, was bereits entstanden ist?

Vielleicht ist genau das eine besondere Stärke von Frauennetzwerken: Wir müssen unsere Erfolge nicht alleine feiern. Und wir dürfen lernen, uns ehrlich über die Erfolge anderer Frauen zu freuen, ohne dass dadurch unsere eigenen kleiner werden.

Wir können uns gegenseitig unsere Glitzersteine zeigen.

Und manchmal sehen andere sogar welche, an denen wir selbst achtlos vorbeigelaufen wären.

Lernen funktioniert miteinander anders

Jede Frau bringt etwas mit, das eine andere gerade brauchen kann.

Erfahrung. Wissen. Kontakte. Mut. Eine andere Perspektive. Eine ungewöhnliche Idee. Oder manchmal einfach eine richtig gute Frage.

Nicht jede Begegnung muss daraus einen Auftrag, eine Kooperation oder eine Freundschaft machen.

Manchmal reicht ein Gedanke, den wir mit nach Hause nehmen.

Manchmal entsteht aus einem Gespräch plötzlich eine Verbindung.

Und manchmal entwickelt sich aus unterschiedlichen Fähigkeiten etwas, das keine von uns alleine hätte erschaffen können.

Für mich liegt genau darin die Kraft eines guten Netzwerks:

nicht möglichst viele Kontakte zu sammeln, sondern einander wirklich wahrzunehmen.

Und was hat das mit meiner Arbeit zu tun?

Vermutlich mehr, als mir lange bewusst war.

Ich habe schon immer gerne hingeschaut. Auf Menschen, auf Zwischentöne, auf Licht und Schatten, auf kleine Momente und auf das, was sich zeigt, wenn wir nicht sofort weitergehen.

Die Fotografie ist dabei eines meiner Werkzeuge.

Manchmal wird ein Foto selbst zu einem Glitzerstein: zu einem sichtbaren Anker für einen Moment, eine Stärke, eine Verbindung oder eine Seite von uns, die wir selbst beinahe übersehen hätten.

Und manchmal braucht es gar kein Foto.

Manchmal braucht es nur jemanden, der mit uns gemeinsam hinschaut.

Deshalb möchte ich zum Schluss eine kleine Einladung dalassen:

Lasst uns einander Spiegel sein, ohne einander zu bewerten.
Lasst uns die Glitzersteine der anderen sehen und benennen.
Lasst uns Erfolge nicht übergehen, sondern gemeinsam feiern.
Und lasst uns neugierig darauf bleiben, was wir voneinander lernen können.

Denn vielleicht entsteht Sichtbarkeit nicht nur dadurch, dass wir uns selbst zeigen.

Sondern auch dadurch, dass jemand anderes wirklich hinschaut.

Impuls zum Mitnehmen:
Welchen Glitzerstein hast du in den vergangenen Tagen vielleicht übersehen?
Und welchen könntest du heute einer anderen Frau zeigen?

Autorin: Peggy Schneider von PeggyS Foto Design aus Schwarzenbruck

Fotografin und Wegbegleiterin für achtsame Wahrnehmung und Sichtbarkeit

Ich begleite Menschen dabei, genauer hinzuschauen – auf sich selbst, auf das, was gerade da ist, und auf das, was vielleicht bisher übersehen oder vergessen wurde.

Mit meiner Wahrnehmung, Fragen und Fotografie schaffe ich Raum für neue Ein- und Aussichten. 

Dabei können Bilder zu Ankern für besondere Momente, Erkenntnisse und Veränderungen werden.

Mir geht es darum gemeinsam hinzuschauen, sichtbar zu machen, was sich zeigt – und daraus die ganz eigenen nächsten Schritte entstehen zu lassen.

📍 Website: www.wohlfuehlbilder.de 
📍www.facebook.com/peggysfotodesign/
📍www.facebook.com/peggy.schneider.3979
📍www.instagram.com/peggyschneider21
📍www.linkedin.com/in/peggy-schneider-25875176

Mehr über unser Mitglied Peggy Schneider findest du hier.

Ein Kommentar

  1. Liebe Peggy,
    dein Blog liest sich ganz wunderbar und ist inspirierend.
    Ich nehme mit: Erfolge wirklich bewusst feiern …
    Und nicht gleich weiter zum nächsten Punkt auf der gefühlten endlosen Todd-Liste 😉
    Danke dafür 🙏🏻

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