Es ist Montagmorgen, 6:30 Uhr. Während Emma versucht, ihre beiden Kinder für Schule und Kindergarten fertig zu machen, läuft Im Kopf schon die To-Do-Liste für das Team-Meeting um 9 Uhr. Mit fortschreitender Uhrzeit kommen weitere Todos dazu. Der Alltag ist ein Balanceakt zwischen Beruf und Familie – und manchmal fühlt es sich an, als würde sie Drahtseil tanzen. Doch eines hat sie gelernt: Erfolg beginnt immer mit der eigenen Klarheit. Und diese Klarheit ist der Schlüssel zu echter Selbstführung. Das gilt besonders als Mutter in Führungsposition.
1. Klarheit über das eigene „Warum“ – Die Grundlage für Selbstführung
In verschiedenen Programmen zur Selbstführung wird immer wieder betont, wie wichtig es sei, das eigene „Warum“ zu kennen. Nicht das Ziel, sondern der übergeordnete Sinn, der sich wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche ziehe. Das ist auch bei mir so. Denn es stimmt ja auch. Doch den Fehler, den viele dann beim Definieren machen: Sie definieren ein „Warum“ aus der Arbeit heraus und nicht aus ihrem holistischen Sein: Ein starkes „Warum“ kommt nicht (nur) aus dem Beruf und wirkt für diesen, sondern es bezieht in einer Gesamtperspektive alles mit ein – also insbesondere auch den Partner, die Kinder, die Familie. Diese Warum ist das, was dich morgens antreibt, auch wenn die Nacht kurz war. Aber eben nicht nur für irgendwelche messbaren beruflichen Erfolge, wie man oft lesen kann, sondern für das Tiefere für das alles Ausmachende. Eine Frage, die hilft, dieses eigene „Warum“ zu erforschen bzw. wieder zu entdecken, ist: Was hast du als Kind stundenlang gemacht? Ja, auch die Frage nach dem ersten Berufswunsch kann helfen. Die so gewonnene Klarheit gibt Orientierung – und sie ist die Basis für jede Entscheidung, denn damit ist die Richtung klar.
Mehr Erfolge oder mehr Familie – Eine klassische Frage ohne einfache Antwort:
vor einigen Jahren stand ich vor so einer vermeintlich schwierigen Entscheidung: Ein großes Projekt im Unternehmen oder mehr Zeit für meine Familie? Erst als ich mir mein „Warum“ bewusst gemacht habe – Brücken bauen zwischen Menschen und Freude in Teams bringen – konnte ich klar entscheiden. Ich habe das Projekt angenommen, aber bewusst Grenzen gesetzt, um Zeit für meine Kinder zu behalten. Eine klassische sowohl-als auch Entscheidung.
2. Selbstreflexion als tägliche Praxis – Klarheit entsteht im Alltag
Klarheit ist kein einmaliger Geistesblitz, sondern entsteht durch regelmäßige Selbstreflexion; Tagebuchschreiben oder Journaling als Werkzeuge. 20 Minuten am Tag, einfach alles aufschreiben, was im Kopf ist – ohne Bewertung. Diese Routine hilft mir, Gedanken zu sortieren, Muster zu erkennen und meine Emotionen zu verstehen. Gerade als Führungskraft ist es mir wichtig, mich selbst zu beobachten: Was motiviert mich? Was demotiviert mich? Welche Gedanken begleiten mich, bewusst oder unbewusst durch den Tag? Welche Erkenntnisse ziehe ich daraus?
Vor allem nach einem anstrengenden Tagen, an denen oft auch besonders viel nicht lief, wie geplant, schreibe ich. Beim Schreiben entsteht Klarheit – unabhängig von den Inhalten, unabhängig von dem, was ich schreibe. Ich schreibe nur das, was mir im Kopf schwirrt auf das Papier und entlaste mich so. Anschließend tu ich mir leicht, entspannt in den Abend zu gehen und zum Beispiel ganz präsent für die familiären Aktivitäten da zu sein.
3. Vertrau‘ dir selbst – Klarheit schafft Stabilität in unsicheren Zeiten
Vertrauen in sich selbst ist die Grundlage für Vertrauen in andere – und damit die Grundlage für erfolgreiche Führung. Gerade in unsicheren Zeiten, wenn alles im Außen schwankt, ist innere Klarheit ein Anker, vielleicht sogar der Anker. Nicht nur durch das Journaling – aber eben auch – weiß ich wer ich bin und wer nicht.
Jemand sagte einmal, man könne anderen nur dann wirklich vertrauen, wenn man sich selbst vertraut. Ob das nun zu 100% so ist, weiß ich nicht und Leben kommt dem sehr nahe: Wenn ich mir sicher bin, dass das, was ich mir vornehme von mir auch getan wird, kann ich dieses Vertrauen auch viel leichter anderen schenken.
Und so beginnt Erfolg eben nur scheinbar mit äußeren Zielen. Tatsächlich geht es vielmehr darum, zunächst innerlich klar zu sein. Dein „Warum“, deine tägliche Reflexion und das Vertrauen in dich selbst sind die drei Säulen, auf denen du deine Selbstführung basierend kannst. Sie unterstützen dich, Schritt für Schritt, bessere Entscheidungen zu treffen, authentischer zu führen und auch in turbulenten Zeiten von innen heraus stabil zu bleiben.
Hast du Lust, deine eigene Klarheit zu entdecken? Dann beginne heute mit deiner Selbstreflexion – für dich, deine Familie und dein Team.
Starte einfach mit: Was habe ich im Alter von 0-7 Jahren am liebsten gemacht?
notiere, woran du dich erinnerst.
Lust auf mehr?
Unter www.anne-hoffmann.com findest du weitere Beiträge, kannst meinen Newsletter für weitere Inspirationen abonnieren oder eines meiner Angebote rundum Selbstführung buchen. Denn: Nur wer sich selbst führen kann, kann auch andere inspirieren und erfolgreich begleiten.
Dr. Anne Hoffmann begleitet Führungskräfte und Unternehmerinnen zu allen Fragen der Führung und Verantwortung. Dabei geht es oft auch zunächst um Selbstführung und darum, die eigene Macht anzuerkennen. So gibt sie pragmatisch und anwendungsorientiert ihr Wissen und ihre Erfahrung aus mehr als 20Jahren Führung weiter.
Führung beginnt bei dir! heisst daher auch eines ihrer Programme.

Autorin: Dr. Anne Hoffmann
Brücken bauen – Gemeinsam Zukunft gestalten!
Dipl. Inf. (Univ)
Neuro-Agile Leadership
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